Gescheitert
auf Mallorca !
Sendung Brisant vom 10.08.1999 Bericht: Alix F. Meier,
Peter Rogalewski
Olaf Rothe "Bis jetzt mußte ich meine
Klappe halten, das ich noch mein Geld, die paar Mark bekomme, und jetzt sind
die bei mir durch. Ersticken sollen sie an der Kohle, zusammenbrechen soll die
Bude."
Gemeint ist der Besitzer dieses mallorquinischen Restaurants.
120.000,- Mark hat Olaf Rothe aus Leißling in Sachsen-Anhalt hier
verloren. Der Musiker ließ sich anlocken von den klingenden Kassen der
gutgehenden Kneipen an der Playa de Palma. Hier wollte er und seine Familie
eine neue Heimat finden. Das Ladenlokal hatte Olaf Rothe im Internet entdeckt.
Das Angebot des deutschen Immobilienmaklers klang zu verlockend. Olaf Rothe
"Restaurant mit großer Sonnenterrasse, rustikales Kellerlokal mit
Tanzfläche, Bühne für Musiker, zwei Apartements - alles im
gleichen Hause. Dies kann ihnen ... anbieten. Lage ca. zwei Gehminuten vom
Strand entfernt., unmittelbar am Ballenareo Sex (Ballerman Sex), rund herum ca.
35 Hotels mit 95 % deutschen Tourismus. Genau das Eldorado des deutschen
Urlaubers. Sämtliche Genehmigungen vorhanden und auch kein Problem ab 24
Uhr bei Musikveranstaltungen im Kellerlokal."
Das Kellerlokal war
ziemlich verwahrlost, wurde vom mallorquinischen Besitzer nur selten genutzt.
Trotzdem verlangte der 80.000 Mark Abstand. Die Rothes bezahlten und steckten
nochmals 40.000 Mark in die Renovierung. Olaf Rothe "Bis auf diese
Thekenplatte, die von einer Einbauküche stammt, und einer Steinmauer, die
hier drunter war, haben wir komplett diesen Bereich neu gestaltet. Diese Wand
könnte man auch noch mal vom Lager her zeigen, ist eine Presspappe
gewesen."
Aber es kam noch schlimmer. Ihren Musikstadl an der Playa
konnten sie niemals eröffnen. Denn es lag keine Genehmigungen vor. Susanne
Rothe "Es sollte ein schönes Musiklokal werden, mit schön Stimmung.
Das ist ja aber leider nicht so." Olaf Rothe "Die Immobilienfirma war dabei,
von Anfang an. Hat mir Verträge übersetzt und hat mir auch
deklariert, daß das alles so wäre, wie sie mir das so im
Vorschreiben gesagt haben. Und nach Übersetzung eines unabhängigen
Anwaltes kam natürlich was ganz anders heraus. Das heißt, es sind
spanische Verträge gewesen, die ich nicht verstanden habe, wo ich Leuten
vertraut habe, die mir die auf Deutsch übersetzt haben, und mir
natürlich nur das erzählt haben, was sie mir vorher erzählt
haben, und darauf hin habe ich die Verträge unterschrieben."
Doch
Susanne und Olaf Rothe wollten immer noch nicht aufgeben. Den Verlust von
120000 DM nicht wegstecken. Der deutsche Rechtsanwalt Hans Freiherr von
Rotenhan, der bestens mit der Problematik vertraut ist, analysiert ihre
Situation. Rothenhan Rechtsanwalt "Das Schlimme ist ja, der Makler hat Ihnen
etwas angeboten, der Makler kann möglicherweise regreßpflichtig
werden. Nur der Vermieter hat ihnen gesagt, ich vermiete Ihnen das, hat Ihnen
nicht gesagt, daß Sie goldne Girlanden tragen. Also haben sie das
vielleicht überteuert, kann sein, aber sie haben es unterschrieben. Und
sie sind verantwortlich für das, was sie tun."
Rothenhan
Rechtsanwalt "Wenn wir jetzt die Sache streitig lösen, dann kostet Sie das
ja noch mal Geld. Es ist schrecklich schmerzhaft und auch gegen jedes
Rechtsgefühl, wenn ich ihnen sagen, die ersten Verluste sind die
billigsten Verluste. Mallorca ist so ein bißchen wie der Anhalterbahnhof
in Berlin in den Zwanziger Jahren, jeden Tag kommt ein blöder
Millionär an, mußt nur dastehen und der erste sein. Denn zum zweiten
Mal würde Ihnen das nicht passieren. Inzwischen wissen Sie's." Für
die Rothes ist ihr Traum damit geplatzt. Um den Schaden zu begrenzen, haben sie
mit dem mallorquinischen Besitzer einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und
zehn Prozent der investierten Summe zurückerhalten. Im Gegenzug verzichten
sie auf alle weiteren Forderungen. Trotzdem fühlt sich Olaf Rothe
betrogen.
Olaf Rothe "Ich mußte bitte, bitte machen, mußte
einen Bauchklatscher machen, damit ich 12000 DM von 120000 DM wiederbekomme.
Was ist da noch vereinbar. Habe bis jetzt still gehalten, damit ich wenigstens
die 12000 DM bekomme. Und jetzt habe ich meine 12000 DM und jetzt sollen sie
verrecken. Fertig, aus, nichts mehr mit Versöhnung." Zu seinen
Geschäftspraktiken will sich der Besitzer des Kellerlokals nicht vor der
Kamera äußern. Er sucht schon wieder einen neuen Pächter. Das
Abenteuer Mallorca haben die Rothes teuer bezahlt. Sie werden nicht die letzten
sein, die auf der alten Pirateninsel für ihre Leichtgläubigkeit zur
Kasse gebeten werden. |
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